Lieber tot als Sklave.
Westerhever
Ich weiß jeder kennt ihn, den Leuchtturm von Westerhever. Für viele ist er eine Urlaubslocation von vielen, ein Postkartenmotiv eben. Doch für mich wird er immer etwas Besonderes bleiben. Seit meiner Kindheit weiß ich um sein tröstendes Licht welches er jede Nacht verströmt. Oft genug hab ich es selbst in der Nacht von der See aus gesehen und gewusst wo wir waren. Wenn ich in meine alte Heimat, mein Wurzelland fahre, führt mich mein erster Weg zu ihm. Und wenn ich wieder fortfahre führt mich mein letzter Weg ebenfalls zu ihm …
Abschied von einem Freund
Ein trauriger Wind umweht die Sommerburg
Des Schicksals Freundlichkeit
Geht mit ihn dahin
Einsam steht uns der Winter
In den dämmernden Tag
Unendlichkeit verhüllt ihren Sinn
An der Grenze zwischen Tag und Nacht
Werden wir die letzte Schranke überschreiten
Und jede Stunde setzt lautlos ihre Zeichen
Das Sommerland schläft ein
Die Nacht verblutet ihre Schwärze
Meine Gedanken folgen verblassende Traumspuren
Unsere Zeit ist vorbei
Doch alle Gedankenwelten
Locken zum durchwandern ein
Ich entdecke neue Wege
Und schreite mir mutig voran
Ich weiß, es gibt ein Wiedersehen
Bis dahin Freund, leb wohl …
St. Peter Ording
Strand-Illusionen
Wenn im goldenen Herbst
Der Wind erwacht
Suche ich den Weg zum Strand
In die rauchblaue Weite
Fern von althergebrachten Wegen
Will ich gehen
Ersehne die Illusion
Endlos die See
Endlos der Strand
Doch wie fern bin ich der Zeit
In der ich lebe
Soweit im Leben
So nah am Tod
Hoyerswort - Das Geisterhaus
Hoyerswort, ein Ort den wir Kinder damals mieden, denn es war ein verrufener, für uns verflucht gruseliger Ort. Einst lebte dort ein Mädchen, das für ihr Leben gern tanzte. In diesem Haus forderte sie der Teufel zu einem Tanz auf. Sie tanzten, bis das Mädchen tot ist und ihm Blut aus dem Mundfließt. An einer Wand des Saals ist er immer noch zu sehen … der Blutfleck … jede Nacht steigt sie aus ihrem Grab, betritt den Saal und fordert jedem zum Tanz auf, um von ihrem Fluch erlöst zu werden. Und manchmal, wenn alles still ist und man sich in der Nähe des Herrenhauses befindet hört man sie … die Musik die einem auffordert einzutreten und mit dem Mädchen zu tanzen … nun, wir haben uns damals ganz sicher nicht getraut …
Geister
Traumgeboren unwirklich
Der Welt entrückt
Ewiges Rätsel
In erhabener Abgeschiedenheit
Heilig, unnahbar
Harmonisch versunken
In Schönheit
Schlafen sanft deine Geister
Sie lassen erahnen
Was in ihrem Bette ruht
Unendliche Wonne trinkend aus
Schaurig schönen Abgründen
Poetische Zuflucht suchend
Zu vergessen die Welt umher
Götterdämmerung
Düster dräuend
Stimmung in Tod und Traum
Ahnungsvoll im Finstern
Singt der Nachtwind
In den Bäumen
Im weißen Dunst verborgen
Verhüllen sie ihre Gesichter
Treiben sie ihr Spiel
Gleich Schatten ohne Namen
Text, Gedichte und Fotos © by Kai-Uwe Götz